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Mediendidaktisches Kolloquium (Hannover): Forscher-/innen des Sprachenzentrums vor Ort

06.03.2014

Videoinstruktion und Sprachenlernen - ein Tabu?

Populäre Trends wie die Khan Academy, selbstständiges Lernen durch Videos auf Plattformen wie YouTube und allen voran der E-Learning Trend der MOOCs zeigen, was die neuesten Tendenzen im E-Learning Bereich sind. Die Schwerpunkte liegen dabei auf Kompetenzen des autonomen Lernens, hochgradiger Personalisierung und Instruktion per Video (bzw. Flipped Classroom). Erfolgreiche Beispiele stammen meist aus dem anglo-amerikanischen Raum und inhaltlich aus den Naturwissenschaften, jedoch werden diese neuen Techniken eher selten zum Fremdsprachenlernen genutzt. Genau hier setzt die Arbeit von Jan Ullmann an. Im Rahmen seiner Präsentation zeigte Ullmann mögliche Szenarien als auch Limitationen beim Einsatz von Instruktionsvideos im Sprachlernkontext auf - gefolgt von einer regen Plenardiskussion dieses kontroversen Themas: Lehrer/in-Schüler/in-Interaktion in Vermittlungsphasen des Unterrichts seien online via Videos - so die kritischen Stimmen - schlicht und ergreifend nicht möglich. Ullmann stellte klar, dass es beim Einsatz von Instruktionsvideos in einem Flipped Classroom-Konzept nicht um die bloße Kopie des Präsenzunterrichts gehe, sondern darum, die Individualität von Lernprozessen zu berücksichtigen - und dies könne, so Ullmann gerade in der Online-/Heimarbeit besonders gewährleistet werden. Desweiteren argumentierte er, dass es innerhalb eines Blended Learning Konzeptes (was Flipped Classroom zweifellos sei) technisch leicht umsetzbar sei, Nachfragemöglichkeiten online zu schaffen. Und schließlich gäbe es doch auch noch den Präsenzunterricht, der durch die Auslagerung geeigneter (!) Inhalte in die Onlinephase (Videos) nun noch mehr Zeit und Raum für Rückfragen und Interaktion biete.

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Synchrone Kollaboration mit GoogleDrive: Texte schreiben 2.0

Auch die Präsentation von Franz Steinberger drehte sich um ein Web-2.0-Phänomen: Synchrone, kollaborative Texterstellung. Völlig zeitgleiche, schriftliche Zusammenarbeit wurde erst durch die Web-2.0-Innovationen der letzten Jahre technisch möglich und benutzerfreundlich. Entsprechend besteht großer Forschungsbedarf bei dieser völlig neuen Art der Zusammenarbeit. Steinberger stellte in Hannover einen erfolgreichen Piloteinsatz dieser Technologie (konkret: GoogleDrive) in einem medizinischen Fachsprachenkurs vor - stets mit Blick auf die Forschungsfragen: Wie funktioniert die Zusammenarbeit in diesem Medium und was ist der didaktische Mehrwert? Das Interesse an der vorgestellten Technologie in Verbindung mit den passenden didaktischen Konzepten war groß und mündete in einer fruchtbaren Diskussion: Zunächst stellte sich Steinberger den technischen Fragen - viele Kongressteilnehmer/-innen zeigten großes Interesse daran, die Technik selbst einzusetzen. Doch auch methodisch und didaktisch wurde nachgehakt: In welch anderen (didaktisch motivierten) Kontexten könne man diese Art der Zusammenarbeit einsetzen? Steinberger erklärte, dass im Grunde jegliche Form der schriftlichen Textproduktion, die in Gruppen stattfinden soll, denkbar sei. Zudem merkte er an, dass durch die Funktion der “revision history” (Revisionsgeschichte des entstandenen Dokuments) auch individuelle Schreibprozesse von einzelnen Studierenden oder Schüler/-innen sichtbar gemacht werden können - Erkenntnisse, die man bisher nur mittels aufwändiger Videoaufzeichungen gewinnen konnte.

Kongresspublikation in Arbeit

Neben den Forschern des Sprachenzentrums präsentierten viele renommierte Sprachdidaktiker/-innen (nicht nur) aus dem deutschsprachigen Raum. Einige auf dem Mediendidaktischen Kolloquium vorgestellte Beiträge werden in Form einer Kongresspublikation (2015) veröffentlicht - darunter auch die Projekte von Jan Ullmann und Franz Steinberger. Begleitet wurden Steinberger und Ullmann von Frau Prof. Dr. Angela Hahn, Leiterin des Sprachenzentrums und Professorin am Institut für Anglistik und Amerikanistik (Angewandte englische Sprachwissenschaft und Mediendidaktik) der LMU München.

Kontakt bei Fragen

Herr Franz Steinberger
E-Mail: franz.steinberger@lmu.de 

Herr Jan Ullmann
E-Mail: jan.ullmann@lmu.de